TRAPANI, DIE STADT KORALLEN

Trapani liegt auf einer weit ins Meer hineinreichenden Landzunge im äußersten Westen Siziliens. Seit der Antike ist die Stadt für eine Umgebung mit einer herrlichen Natur aber auch für die kunstvolle Verarbeitung von Korallen bekannt.

Die Geschichte

Der von den Helimern gegründete Ort, heute Provinzhauptstadt, war seit immer schon Station auf der Durchreise der unterschiedlichsten Völker und stand im Laufe der Jahrhunderte unter den verschiedensten Fremdherrschaften. Den Griechen, die der Stadt den Namen Drepanon („Sichel“) gaben, folgten Anfang des VIII. Jahrhunderts die Phönizier und machten sie zu einem wichtigen Hafenstützpunkt zur Kontrolle des Handelsverkehrs im Mittelmeerbecken. Ihnen folgten die Römer und die Byzantiner. Unter der Vorherrschaft dieser beiden Völker erlebte Trapani die wohl düsterste Periode seiner Geschichte, und erst gegen Anfang des IX. Jahrhunderts brachten die Araber erste Anzeichen eines wirtschaftlichen Aufschwungs in die Stadt. Ganz entsprechend der Geschichte Siziliens, verdankt auch Trapani seine Blütezeit den Normannen, die es im Jahre  1077 eroberten und der Stadt mit der Herstellung von Schmuck und der Korallenverarbeitung einen wirtschaftlichen Aufschwung brachten und so für die Vergrößerung und Verschönerung des Stadtbildes sorgten. Unter dem Aragonerkönig Jakob II. erhielt Trapani eine neue urbanistische Anlage, und Karl V. verdankt die Stadt das Aufblühen der verschiedensten Aktivitäten im Bereich des Handels und Handwerks.

Die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten

Wenn wir durch die Straßen und Gassen der Stadt ziehen, können wir zahlreiche elegante Wohnpaläste aus dem 18. Jahrhundert, imposante Kirchen sowie die Werkstätten der jungen Korallenarbeiter bewundern, die einem antiken aber lange vergessenen Kunsthandwerk, das die Stadt bis zur zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts berühmt gemacht hatte, heute wieder einen neuen Aufschwung geben. Trapani bietet dem Besucher viele und schöne Zeugnisse seiner abwechslungsreichen Geschichte, wie den Palazzo Alessandro Di Ferro und den prachtvoll ausgeschmückten Postpalast (Palazzo delle Poste) oder die alte Ringmauer zur Verteidigung der Stadt mit der Bastione Conca, der Bastione Imperiale und der Bastione Impossibile. Zu den schönsten Gotteshäusern gehören die Fegefeuerkirche (Chiesa del Purgatorio) mit ihren Gemälden berühmter Künstler, die Kathedrale des Hl. Lorenz mit einer Kreuzigungsszene, die dem flämischen Meister Van Dyck zugesprochen wird, und die an der eleganten Rua Grande gelegene Kollegialkirche der Jesuiten. Weitere Sehenswürdigkeiten sind der Palazzo Fardella di Mokarta, der Palazzo Cavarretta, Sitz des Senats von Trapani, der Torre Ligny, der einst als Wachturm zur Sichtung feindlicher Flotten diente, und der Palazzo Ciambra, aufgrund seiner Lage im alten jüdischen Viertel allgemein „La Giudecca“ genannt.

Die Umgebung

Zur Provinz von Trapani gehören die Ägadischen Inseln mit Favignana, der größten Insel des Archipels mit der Form eines Schmetterlings, einem kristallklaren Meer, romantischen kleinen Buchten und einer noch unberührten Natur, ideal für einen Urlaub fernab von jeder Hektik. Die kleinere Insel Levanzo wiederum hat die Grotta del Genovese, das archäologische Gebiet Segesta am Monte Barbaro mit einem Tempel, einem griechischen Theater, den Überresten einer sakralen Stätte und der alten Stadt zu bieten. Marsala, dessen Namen vom arabischen „Marsa Alì“ stammt und das einst als Fluchtstätte gegen die einfallenden Karthager diente, welche die Stadt Lilibeo nannten, hat seine arabische Atmosphäre bis heute beibehalten. Nach der Zeit der römischen Herrschaft wurde Marsala mit seinem Hafen ein wichtiger Stützpunkt im Handel mit Nordafrika, bis es schließlich von den Arabern eingenommen wurde. Seit Ende des 18. Jahrhunderts ist Marsala in der ganzen Welt vor allem für seinen süßen Wein bekannt. Die vulkanische Insel Pantelleria schließlich mit ihrer typischen Macchia mediterranea und ihren Weinbaugebieten ist eine der größeren Inseln Siziliens und heute ein zunehmend beliebtes Urlaubsziel.

bevorzugte Unterkunft