VARESE, DIE PROVINZ DER SIEBEN SEEN

Das Territorium dieser lombardischen Provinz ist reich an natürlichen Elementen, die der gesamten Gegend eine besondere Faszination verleihen und Touristen aus ganz Italien anziehen.

Die Geschichte

Von der Geschichte der lombardischen Stadt ist nicht allzu viel bekannt. Ein gallisches Dorf begann dank der strategischen Transitstraßen, entlang derer es sich entwickelte, eine gewisse Bedeutung anzunehmen. In der Tat gab es in der Nähe von Varese viele Verbindungsstraßen, die Mailand durch das Tal mit der heutigen Schweiz verbanden und die von Kaufleuten und Soldaten genutzt wurden. Auf das 14. Jahrhundert gehen die erste Statuten über das Leben der Stadt zurück, die auf der Grundlage einer privilegierten Regierungsautonomie gegründet wurde, welche bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts andauerte. Eine großartige und wichtige Zeit war die Epoche nach der Ankunft von Karl Borromäus, der in bedeutendem Maße Einfluss auf die Institution Kirche nahm und dazu beitrug, den Ruhm des Klosters Santa Maria del Monte zu festigen, das binnen kurzer Zeit zu einem echten Bollwerk des Katholizismus gegen die Bedrohung durch die Protestanten wurde.1816 wurde der Ort vom österreichischen Kaiser offiziell zur Stadt erhoben und 1857 wurde Varese zur königlichen Residenzstadt. 
In der Zwischenzeit bildete die Vereinigung Italiens ein Sprungbrett für ihre wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung, die zu einem beträchtlichen Wohlstand der Bevölkerung und zu einer geordneten Entwicklung der Stadt führte.

Die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten

In der Stadt gibt es viele sehenswerte Bauwerke. Von den Sakralbauten seien hier das Baptisterium  San Giovanni Battista, die Basilica San Vittore, die Kirche Madonnina in Prato (diese Kirche stammt aus dem 15. Jahrhundert und ihr Name – „auf der Wiese“ – leitet sich aus ihrer ursprünglich abgelegenen Position ab) sowie Sant’Antonio alla Motta genannt. Letztere wurde nach einem Entwurf des Architekten Giuseppe Bernasconi realisiert, ihre Innenwände sind auf erstaunliche Weise nach Trompe-l’œil-Art bemalt. Schließlich möchten wir an die Kirchen San Giuseppe und San Martino erinnern. San Martino ist an Stelle einer romanischen Kirche entstanden, die bereits im 13. Jahrhundert erwähnt wurde. Auf dem Territorium verstreut und in den Städten findet man auch viele Villen, wie zum Beispiel den Palazzo Estense mit Parkanlagen, die ihn zu einem der malerischsten und spektakulärsten Wohnsitze der ganzen Lombardei machen, und die Villa Mirabello. An historischen Palästen sei hier auf das einstige Armenhaus (Ospitale dei poveri), den Broletto, die Case Perabò – ein im Herzen der Altstadt gelegener Häuserkomplex – und den Palazzo del Pretorio, bis Ende des 19. Jahrhunderts politisches und gesellschaftliches Zentrum der Stadt – hingewiesen.  Der von der Familie Biumi erbaute Palazzo Biumi ist eines der bedeutendsten und renommiertesten Bauwerke des Zentrums.

Die Umgebung

Varese liegt in einer Hügelgegend und seine Umgebung ist landschaftlich reich bestückt: Seen und zahlreiche Naturparks verleihen der Stadt eine ganz besondere Faszination. Die wichtigsten Seen sind der Lago di Varese, der sich am Ende der letzten Eiszeit vor 17.000 Jahren an den Hängen des Monte Campo dei Fiori und der Moränenhügel gebildet hat und heute viele Tier- und Pflanzenarten beherbergt, und der Lago Maggiore, der auch unter dem Namen Lago di Verbano bekannt ist und einer der größten Seen der Provinz von Varese ist. Er ist von üppiger Vegetation, Kastanienbäumen und Sträuchern unzähliger Arten umgeben und bietet tiefe Buchten, die zauberhafte Panoramen und unvergleichlich schöne Stellen schenken. Von den künstlerisch wertvollen Bauwerken des Lago Maggiore sollte zumindest die Einsiedelei Santa Caterina del Sasso Ballaro genannt werden, die sich an einen Felsen klammert und wo man, umgeben von bedeutenden Kunstwerken, die geeignete Atmosphäre vorfindet, um zu meditieren und sich zu sammeln. Die größte Attraktion des Lago Maggiore liegt jedoch in der außergewöhnlichen Landschaft, die nicht nur reich an natürlichen Wundern, sondern auch an historischen und künstlerischen Zeugnissen wie prächtigen Palästen und Villen mit herrlichen Parks ist. Von den Naturparks seien hier der Parco Pineta di Appiano e Tradate, der Parco Alto Milanese, der Parco Campo dei Fiori und der Parco Valle del Ticino genannt.