VERCELLI, VOM FLACHLAND ZU DEN BERGEN

Die piemontesische Provinz liegt vorwiegend im Flachland, weist aber auch typische Berggebiete auf. In der Umgebung von Vercelli befindet sich auch der Naturpark Lame del Sesia, ein Flussgebiet mit Auen, Mäandern, Wasserspiegeln, Wäldern, Kies und Sand.

Die Geschichte

Die Stadt, die wahrscheinlich keltischen Ursprungs ist, hieß in der Zeit des römischen Reichs “Vercellae” und war ein wichtiges Munizipium. Später wurde sie ein langobardisches Herzogtum, eine Grafschaft der Franken und erlebte im Mittelalter aufgrund ständiger Plünderungen eine Dekadenzzeit. Sie erholte sich im Zeitalter der Kommunen und dehnte ihre Herrschaft auf das umliegende Gebiet aus. Im XIII. Jahrhundert, in ihrer Blütezeit, wurde die erste Universität der Region errichtet; Vercelli wurde durch die Machtkämpfe zwischen Welfen und Gibellinen geschwächt und fiel 1335 an die Visconti. 1427 wurde sie an das Herzogtum Savoyen abgetreten und wurde ab 1617 mehrmals von Spaniern und Franzosen belagert; diese zerstörten die Festungen aus den vorherigen Jahrhunderten. 1815 wurde sie mit der Restauration und den Ereignissen des Risorgimento durch das Königreich Italien annektiert.

Die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten

In Vercelli kann man folgende Sehenswürdigkeiten besichtigen: die Basilika San Andrea, deren Bau 1219 begann, aber viel später beendet wurde und die sich durch zwei herrliche Kirchtürme und im Inneren durch viele Kunstwerke auszeichnet, die Kathedrale San Eusebio, die auf dem Platz einer antiken mittelalterlichen Basilika errichtet wurde; die Kirchen San Paolo, San Giuliano und San Cristoforo. Neben diesen religiösen Monumenten sind Casa Tizzoni aus dem XV. Jahrhundert, das Museum Museo Camillo Leone mit antiken historischen Fundstücken aus dem Gebiet, die suggestive Piazza Cavour, das Kulturzentrum Santa Chiara, Palazzo Centori aus dem fünfzehnten Jahrhundert und das städtische Museum Francesco Borgogna mit seiner üppigen Pinakothek, die zweiwichtigste Galerie nach der Sabauda in Turin, einen Besuch wert.

Die Umgebung

Die Provinz Vercelli dehnt sich zwar in der Poebene aus, zählt aber auch zahlreiche Touristenorte in den Bergen. Alagna Valsesia ist ein renommiertes Zentrum für den Sommerurlaub und den Wintersport mit charakteristischen Holzhäusern, deren Dächer  mit grauen Steinplatten abgedeckt sind, mit Fachwerkbalkonen, engen Pflasterstraßen, einem Steinbrunnen, dem Brotofen und der kleinen Kirche San Giovanni Battista. Es gibt hier auch viele kunstreiche Orte. In Quinto Vercellese befindet sich eine romanisch- gotische Pfarrkirche mit zahlreichen Fresken im Inneren. Die Morphologie des Gebietes hängt vom Fluss Sesia ab: dieser Sturzbach mit sehr extremen Nieder- und Hochwasserphasen verleiht der Umgebung ein veränderliches, abwechslungsreiches Erscheinungsbild.