Via Emilia – eine antike Route zwischen Geschichte und Gaumenfreuden

Lokale Produkte gepaart mit der Schönheit der Emilia in einer makellosen Vereinigung von Geschmack und Kunst.

Losgehen kann es in Fontanellato, einer kleinen Gemeinde in der Nähe von Parma, dessen Herzstück die Festung Rocca Sanvitale ist - eine der schönsten Schlösser der ganzen Provinz und Herberge kostbarer Fresken. Das Städtchen ist von kleineren Restaurants, Geschäften und Cafés durchzogen, die in den Bogengängen des Schlosses zu finden sind und einen wahren Hof bilden, der einen in die Atmosphäre vergangener Zeiten eintauchen lässt. Fontanellato ist daneben auch für seine Heiligenstätte Santuario della Beata Vergine del Rosario bekannt, dem Ziel vieler Pilgerreisen.
Etwas weiter begegnet man San Secondo Parmense, wo die Festung Rocca dei Rossi ins Auge springt, deren Name auf jene Familie zurückgeht, die ihren Bau als Residenz und kleinere Festung in Auftrag gegeben hatte. Vom ursprünglichen Kern, der nach dem Erdbeben von 1983 restauriert worden ist, ist nur noch wenig übrig geblieben. Ein wahres Erlebnis sind die Führungen in historischen Gewändern, die einen in die Vergangenheit entführen. Nicht verpassen sollte man in der ersten Juniwoche den traditionellen Palio (Pferderennen) zwischen den Contrade des Ortes sowie die Erneuerung der Heirat im 16. Jahrhundert zwischen Pier Maria III Rossi und Camilla Gonzaga.
Nur wenige Kilometer nördlich von Parma befindet sich das Stadtschloss Reggia di Colorno aus dem 18. Jahrhundert - ein prunkvoller und aristokratischer Wohnsitz mit englischen Gärten mit viel Grün und zahlreichen Brunnen.
Ein Paradies für alle Feinschmecker ist Zibello, die Heimat des Culatello - eine luftgetrocknete Schinkenart mit geschützter Herkunftsbezeichnung. Diese Wurstart wird nur während der kalten Jahreszeit zwischen Oktober und Februar hergestellt, wenn die Via Emilia in Nebel und Kälte getaucht daliegt, um ihren hervorragenden Geschmack und die unvergleichlichen geschmacklichen Eigenschaften aufs Beste zu erhalten. Mit ihrer Lage nur unweit vom Fluss Po entfernt ist die Gemeinde Zibello der ideale Ort für Fahrradwanderungen auf den Wegen entlang des Flusses, an dessen Ufer auch der kleine Ort Polesine Parmense liegt.
Folgt man der Via Emilia, gelangt man dann nach Soragna, dem Produktionszentrum des Parmigiano Reggiano schlechthin. Hier befindet sich im Hof Castellazzi auch das Museum, das diesem Käse gewidmet ist, der vom „Consorzio del Parmigiano Dop“ geschützt wird.
Doch die größte Stadt der Provinz Parma ist Fidenza an der Via Francigena zwischen Parma und Piacenza. Eine Kunststadt, deren allseits bekannter Dom ein Meisterwerk der romanischen Architektur mit reichhaltigem Dekor ist. Fährt man weiter entlang der Route, kommt man in die bekannte Thermalstadt Salsomaggiore Terme mit ihren Gebäuden im Liberty-Stil.
Erreicht man das Hinterland Piacenzas, kann man der mittelalterlichen Siedlung der Gemeinde Vernasca, Vigoleno nella Val d’Arda, einen Besuch abstatten, um schließlich nach Castell’Arquato zu gelangen, einer Stadt von großem Charme, die für ihre schmackhafte Wurstart Coppa Piacentina Dop bekannt ist.
Den Abschluss des Ausflugs entlang der Via Emilia bilden in Rivalta, in der Gemeinde Gazzola in Val Trebbia, ein Besuch des Schlosses, das das Museo permanente del costume militare und das Museo parrocchiale beherbergt, und in Pianello Val Tidone der Besuch einer der ältesten Festungen in der Provinz Piacenza, der Rocca d’Olgisio, inmitten eines Naturparks zwischen Weinbergen und den Wildbächen Tidone und Chiarone.