VIBO VALENTIA, EIN HAFEN AM MITTELMEER

Vom mittelalterlichen Dorf bis zur Hafenstadt hat sich Vibo Valentia im Laufe der Jahre mächtig entwickelt. Auch die Provinz Vibo Valentia, wie die anderen in Kalabrien, hat schöne Küsten und Küstenorte, die Touristen aus der ganzen Welt einen einzigartigen Urlaub bieten können.

Die Geschichte

Vibo Valentia wurde als Kolonie von Locri auf einem bereits bestehenden Ort gegründet, und im V. Jahrhundert wurde die Stadt so mächtig, dass sie sogar Locri besiegte. Von den Karthagern im Jahr 379 vor Christus wiederaufgebaut, kam Vibo Valentia unter griechischen Einfluss und dann unter den der Bruzi; später, im Jahr 192 vor Christus, wurde es zur römischen Kolonie und danach Hochburg von Byzanz. Im IX. und X. Jahrhundert zerstörten die Araber die Stadt, und die Hohenstaufen bauten sie 1235 mit dem Namen Monteleone wieder auf. Die Stadt besteht aus einem mittelalterlichen Teil, mit engen gewundenen Gassen, am Fusse des Hügels wo sich die Burg befindet, und einem neuen Teil mit rechtwinkligem Grundriss. Einst ein wichtiger Marktflecken, ist Vibo Valentia heute die Industriestadt der Region, mit chemischer Industrie, Mechanik- und Erdölverarbeitung-, Lebensmittel-, Textil- und Baumaterialfirmen. Der im Hafen ablaufende Handelsverkehr ist bedeutend: Import von Rohöl und Materialien für die lokale Industrie und Export von Fertigprodukten und landwirtschaftlichen Produkten aus dem Landesinneren. Auch die Fischerei ist ein wichtiger Handelszweig, und der Tourismus ist am Expandieren.

Die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten

Unter den wichtigsten kirchlichen Bauten der Stadt befinden sich die Kirchen S. Maria degli Angeli, S. Michele und das Kollegium Santa Maria Maggiore, das zwischen 1680  und 1723 erbaut wurde. Auch der Dom, der auf einer vom Erdbeben zerstörten früheren Kirche steht, wurde zwischen 1680 und 1723 im Barockstil und mit einer weiten Fassade zwischen zwei Glockentürmen erbaut. Das “Valentianum” neben dem Dom ist ein früheres, 1982 restauriertes Dominikanerkloster, das heute eine Schule, Vereine und das Museum für religiöse Kunst beherbergt. Hier werden Kunstschätze aus dem Dom und aus einigen Privatsammlungen aufbewahrt. Die Burg kann man zu Fuss erreichen, wenn man durch die Gassen und über die Treppen des mittelalterlichen Viertels läuft. Von den Normannen mit Materialien der Akropolis-Tempel errichtet, wurde der Bau in späterer Zeit von den Anjou erweitert, die ihn als Festung zur Verteidigung nutzten. Die Burg wurde 1783 schwer von einem Erdbeben geschädigt und von den Barbaren als Gefängnis benutzt; schliesslich wurde sie restauriert und Sitz des staatlichen Archäologie-Museums.

Die Umgebung

Unter den Hauptorten der Provinz sollte Tropea erwähnt werden, mit seinen charakteristischen engen Gassen, die sich auf einmal in Plätze verwandeln, und den malerischen Winkeln mit Aussichten auf das intensiv türkisblaue Meer. In der Höhe, auf einem kompakten Massiv aus Sandstein befinden sich wertvolle Palazzi aus dem 17. und 18. Jahrhundert, während sich zu Füßen des Abgrunds kilometerlange Strände erstrecken. Pizzo hat noch heute das typische Flair eines Fischerorts, mit Gassen, die in kleinen Höfen enden, und Balkonen mit Blick auf den Strand, die Klippen und das Meer. Das Auskommen basiert auf dem Fischfang und insbesondere der Thunfischverarbeitung, aber heute stellt auch der Tourismus einen wichtigen Faktor dar.
Von Nicotera aus, einem Ort der von Fischerei, Handwerk und Landwirtschaft lebt, und auf einem steilen Hügel mit Weinbergen, Gemüsegärten, Zitrusbäumen und Oliven liegt, hat man eine atemberaubende Aussicht auf die Ebene und das Meer, auf den Aspromonte und Stromboli, die Eolischen Inseln und auf die Küsten Siziliens.