VITERBO, STADT DER VIELEN PALÄSTE

Die Provinz von Viterbo ist eine Mischung aus Natur und bedeutenden historischen Städten; die Seen von Bolsena und Vico auf der einen, Tarquinia, Vejo und Vulci auf der anderen Seite.

Die Geschichte

Die archäologischen Fundstücke, die man in Viterbo und ihrer Provinz gefunden hat, sind ein Beweis dafür, dass die Stadt bereits in der Altsteinzeit bewohnt war. Es waren aber die Etrusker und Römer die der Stadt zu ihrem Erfolg verhalfen. Später machte sie eine schwierige Zeit durch, von der sie sich nur langsam erholte. Die „Romanisierung“ erfolgt wie bei den anderen eroberten Gebieten: es werden befestigte Kolonien römischer Bürger geschaffen, die Strassen werden erweitert und zahlenmäßig vermehrt, und es werden Munizipien eingerichtet. Nach einer Dekadenzzeit lebt Viterbo während des Mittelalters wieder auf, wie die progressive Erweiterung der Stadtmauern bezeugt. Mittelalter und Renaissance hinterlassen unauslöschliche, wertvolle Spuren im Stadtgewebe Viterbos, die bald auch zu einem Papstsitz wurde; zahlreiche Geistliche erschienen auf der politischen Szene Viterbos, die während der Renaissance von der wohlhabenden Familie Farnese, seit eh und je zu Diensten der römischen Kirche, beherrscht wurde.

Die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten

Zu den wichtigsten Monumenten Viterbos zählen die Paläste: Palazzo dei Priori, Palazzo Chigi, Palazzo Farnese und der imposante Palazzo Papale (Papstpalast). Der erste Palast blickt auf Piazza del Plebiscito, der Altstadt Viterbos. Der Papstpalast in gotischem Stil wurde in der zweiten Hälfte des XIII. Jahrhunderts erbaut und ist Sitz zahlreicher Konklaven gewesen. Die elegante Loggia, die man leicht erkennt, besteht aus drei von schmalen, verschlungenen Doppelsäulen gestützten Bögen. Zu den religiösen Monumenten zählen die Kirche von San Lorenzo, Santa Maria Nuova, San Sisto und Santa Maria della Verità; die Torre dell’Orologio, das Quartiere di San Pellegrino aus dem dreizehnten Jahrhundert und die Burg des Kardinals Albornoz aus dem vierzehnten Jahrhundert. Wer nach Viterbo kommt, sollte auch den Botanischen Garten und den von Dante in seinem Werk erwähnten Bulicame besuchen: hier findet man warme Schwefelquellen mit bekannten therapeutischen Eigenschaften.

Die Umgebung

Der See von Bolsena befindet sich im nordwestlichen Teil des Latiums im Krater eines untätigen Vulkans. Die grünen Inseln Martana und Bisentina spiegeln sich im sauberen Wasser des Sees, der von Weinbergen, Olivenbäumen, Kastanienbäumen und Eichen umgeben ist, wieder: das ganze Ufer ist von ihrem intensiven Duft erfüllt. Zu den wichtigsten Orten, die auf den See blicken, gehören Bagnoregio, Heimat des Heiligen Bonaventura, Ferento, Montefiascone, der auf einem mit Weinreben bedeckten Hügel mit wunderbarem Blick auf den See liegt, und schließlich Bolsena, ein wunderschöner, bezaubernder Ort mit einem Schloss und einem mittelalterlichen Dorf. Tarquinia ist eine geschichtsträchtige Stadt etruskischen Ursprungs: heute befindet sie sich auf einem Hügel, wo man die Reste des antiken Zentrums sehen kann. Es handelt sich zusammen mit Vejo, Vulci, Caere und Tuscanica um eines der mächtigsten Zentren des etruskischen Bundes. Diese für den Handel und die Politik bedeutende Stadt erreichte ihre Blütezeit um das VII. Jahrhundert v. Chr.; sie unterwarf sich nie den anderen Städten, wie Rom oder Florenz, die Besitz von ihr ergreifen wollten.