VON DER NATUR LERNEN

Wenn man Italien von Nord nach Süd durchstreift, stößt man auf zahlreiche Naturoasen, aber eine davon vermittelt in ganz besonderem Maße den Respekt gegenüber der Umwelt: der Parco Nazionale d’Abruzzo, Lazio e Molise.

Ursprünglich als Königliches Jagdreservat zum Schutz seltener Arten entstanden, hat es seine Mission auf die gesamte Natur ausgedehnt und sich in ein Naturschutzgebiet verwandelt: der Parco Nazionale d’Abruzzo, Lazio e Molise liegt im Zentrum des Stiefels und ist der zweitälteste Naturpark Italiens, der im weit zurückliegenden 1923, nur ein Jahr nach Gründung des Gran Paradiso, errichtet wurde.
Es handelt sich um einen über 50 Hektar großen grünen „Fleck“, zu dem Gebiete des apenninischen Bergrückens der drei Regionen, deren Namen er trägt, gehören. Der Naturpark hat sich im Laufe der Zeit harmonisch entwickelt, sein Trumpf lag darin, dass hier die Methode der „Einteilung der Flächennutzung“ zur Anwendung kam, so dass sich die Erhaltung der natürlichen Umwelt mit der gesellschaftlich-wirtschaftlichen Entwicklung der lokalen Ortschaften verschmelzen ließ.
Den Rahmen dieses Naturschutzgebiets bilden kleine historische Orte, viele Besucherzentren, Wildgehege, Wanderwege und andere Infrastrukturen, die dazu beigetragen haben, die Bekanntheit dieses historisch gewachsenen Stückchens Natur zu erhöhen. Seit seiner Entstehung verfolgt er unverändert ein einziges Ziel: den Schutz und die Erhaltung von Natur und Umwelt, die Verbreitung einer Kultur des Bewusstseins für den notwendigen Schutz der Ökosysteme im täglichen Leben. Dies vor allem im Namen der reichen Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt, die den Park bewohnt: in seinem Inneren wurden mehr als 2000 Arten gezählt, die häufig Betrachtungs- und Forschungsgegenstand von Wissenschaftlern und Wissensdurstigen sind.
Wasserläufe, Flüsse und zwei Seen warten stets darauf, von neuen, neugierigen Augen erkundet zu werden, die sich von den Farben und Düften der Natur hierher führen lassen. Dem Wanderlustigen stehen Naturpfade mit einer Gesamtlänge von über 150 Kilometern zur Verfügung, die auf speziellen Karten verzeichnet sind: das bedeutet eine große Auswahl von Wegen durch die Natur, die den unterschiedlichsten Wünschen und Anforderungen gerecht werden. Darüber hinaus gibt es  nach Themen organisierte Besucherzentren wie Museen, Botanische Gärten und Wildgehege sowie Führungen und organisierte Ausflüge mit Leiter. Ganz zu schweigen von den zahlreichen Einrichtungen im Inneren des Parks: Hotels, Pensionen, privaten Campingplätzen, Herbergen, Ferienwohnungen und Bauernhöfen, die hier und da in unberührter Natur verstreut sind.
Ein idealer und überaus reizvoller Ausgangspunkt ist der kleine mittelalterliche Ort am Ufer des Flusses Sangro im Herzen des Parks. Von hier aus kann man Spaziergänge und Ausflüge auf Wegen unternehmen, die in die Berge und um den See von Barrera herumführen, und sommers wie winters Sport- und Freizeitaktivitäten in konstruktivem Zusammenleben mit der Natur nachgehen.