ZWISCHEN DEN MAUERN DER WISSENSCHAFT

Ein Spaziergang durch die Straßen und die Geschichte von Padua, jener Stadt Venetiens, die seit Jahrhunderten als Hauptstadt der Wissenschaft, der Kunst und der Literatur gilt, aber auch die Stadt des Heiligen Antonius ist.

Kostbare Kunstschätze verstecken sich zwischen den mittelalterlichen Straßen und Mauern dieser kleinen Stadt, in der viele illustre und berühmte Persönlichkeiten verweilten und die nach den Schilderungen des römischen Dichters Virgil (70-19 v.Chr.) von dem sagenhaften, aus Troja geflüchteten Helden Antenor nach seiner abenteuerlichen Schifffahrt auf dem illyrischen Golf gegründet wurde.
Der Bummel durch die Stadt beginnt auf der Piazza Eremitani, wo sich die gleichnamigen Stadtmuseen befinden, in denen Werke von unschätzbarem Wert - wie zum Beispiel die Angeli Armati (Die bewaffneten Engel) von Guariento und einige Schriften von Bellini - aufbewahrt werden. 
Der Sinn für Natur und Geschichte, Menschlichkeit und Glauben verschmelzen in der ausdrucksvollen und faszinierenden Cappella degli Scrovegni, die zu Beginn des 14. Jahrhunderts von Giotto (1267-1337) errichtet und kürzlich restauriert wurde. Keinesfalls entgehen lassen darf man sich auch die  Chiesa degli Eremitani – diese Kirche birgt in ihrem Inneren Fresken des 15. Jahrhunderts von Andrea Mantegna (1431-1506).
Padua ist auch eines der renommiertesten Kulturzentren Italiens: die Universität ist eine der ältesten Europas und in der ganzen Welt berühmt. Sie ist seit der Zeit des Dichters Francesco Petrarca (1304-1374), der seine letzten Lebensjahre in dieser Stadt verbrachte, ein bedeutendes Kultur- und Wissenschaftszentrum. Hier befindet sich auch die Sternwarte von Galileo Galilei (1564-1642), der wohl einer der berühmtesten Professoren dieser Universität war. Ein malerischer Markt wird auf der Piazza delle Erbe und Piazza dei Frutti abgehalten – die beiden Plätze werden vom Palazzo della Ragione voneinander getrennt, der im 14. Jahrhundert der Wohnsitz der Signoria dei Carrarese war. Von hier aus gelangt man in wenigen Minuten zum Dom, in dessen kostbarem Baptisterum herrliche Fresken von Giusto de’ Menabuoi (1320-1391) zu sehen sind. Ein paar Schritte vom Dom entfernt stößt man auf das 1831 eröffnete feine Caffè Pedrocchi, das von Anbeginn Treffpunkt von Studenten und Intellektuellen war und zum Symbol des Strebens nach Unabhängigkeit von Österreich wurde. Heute befindet sich hier das Kultur- und Geschäftszentrum Paduas.
Der Stolz der Stadt ist der phantastische Prato della Valle, einer der europaweit größten und berühmtesten  Plätze des 18. Jahrhunderts. Unter ihm liegt das Fundament eines großen römischen Theaters, des “Zairo“, auf das man im Zeuge der Ausgrabungsarbeiten stieß.  
Wenn man die Via del Santo entlang geht, gelangt man zur Basilica di Sant’Antonio. Dieser Tempel des Glaubens, in dem man wertvolle Kunstwerke verschiedenster Zeiten findet, ist alljährlich das Ziel von Millionen Pilgern und Touristen. Die Basilika ist von weiteren berühmten Sehenswürdigkeiten umgeben, darunter das Standbild des Gattamelata von dem Künstler Donatello (1386-1466) und das Oratorio di San Giorgio, ein Meisterwerk des 14. Jahrhunderts.
Voller künstlerischen, landschaftlichen und kulturellen Vermögens, aber dafür noch wenig bekannt ist die Provinz von Padua, in der man unzählige, die Landschaft schmückende Villen und Schlösser sowie reizvolle mittelalterliche Städte wie Monselice, Este, Montagnana und Cittadella findet.