ZWISCHEN LAND UND WASSER

Enge und alte Straßen, prachtvolle Häuser, imposante Kathedralen, und uneinnehmbare Burgen: Ferrara, im Nationalpark des Po-Deltas liegend ist nicht nur wegen seiner Geschichte besonders anziehend.

Die Stadt Ferrara entstand während der blutigen Kriege zwischen Longobarden und Byzantinern. Nach der langobardischen Herrschaft fiel es an die Kirche und blieb dort bis 1264, als die Signoria degli Estensi (Estensi-Geschlecht) an die Macht kam. Sie regierten Ferrara und Umgebung bis zum Ende des 16. Jahrhunderts. Das historische Zentrum, ein Musterbeispiel für Architektur und Stadtentwicklung der Renaissance, wurde kürzlich von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.
Der Hauptplatz ist ein einziges Machtzentrum: Neben der Kathedrale sind zu bewundern Palazzo della Ragione (Justizpalast), die Notarkammer, der Herzogpalast, das heutige Rathaus, und das Estensi-Schloss. Das Fort San Michele wurde 1385 von Nicoló II D’Este erbaut: Aus dieser Zeit stammen der Burggraben, die Zugbrücke und die Türme. Der Bau der Kathedrale San Giorgio begann anfangs des 12. Jahrhunderts: Die Basilika ist mit ihrer 3-flügeligen Frontseite einzigartig.
In der Stadt selbst haben viele Schriftsteller und Künstler eine besondere Atmosphäre geschaffen. Unter ihnen Ludovico Ariosto, der 1474 in Reggio Emilia geboren wurde, lebte von 1484 bis zu seinem Tod (1533) in Ferrara. Ein Jahr vor seinem Tod veröffentlichte er Orlando Furioso, sein bekanntestes Werk. Es wird heute in der Stadtbibliothek aufbewahrt, in der sich neben 330.000 Büchern auch die Gruft des berühmten Schriftstellers befindet.
Die Schönheit Ferraras beruht aber nicht nur auf seiner Kunstgeschichte, sondern wird auch durch die faszinierende und intakte Natur bestimmt, die sie umgibt. Das Gebiet des Po-Deltas und der Valli die Comacchio (Comacchio-Täler) sind sozusagen ein lebendes Museum der Geschichte, der Zivilisation und der Natur.